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Überwachungsstechnik, auf die Sie sich verlassen können

Bei Überwachungskameras gehört die mögliche Aufzeichnungsdauer zu den wichtigsten Fragen. Häufig wird erwartet, dass sich aus der Größe der Speicherkarte unmittelbar ableiten lässt, wie viele Stunden oder Tage eine Kamera aufnehmen kann.
Eine pauschale Antwort ist jedoch nicht möglich. Eine 64-GB-Speicherkarte kann je nach Kamera und Einstellung nur wenige Stunden oder mehrere Tage Videomaterial aufnehmen. Entscheidend sind vor allem Auflösung, Bildrate, Videokompression, Datenrate und die Frage, ob dauerhaft oder nur bei erkannten Ereignissen aufgezeichnet wird.
Dieser Beitrag erklärt, wodurch die Speicherdauer bestimmt wird, wie eine Loop-Aufzeichnung funktioniert und worauf bei der Auswahl einer Speicherkarte geachtet werden sollte.
Die Angabe 32, 64 oder 128 GB beschreibt lediglich den verfügbaren Speicherplatz. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie groß die von der Kamera erzeugten Videodateien sind.
Zwei Kameras können bei gleicher Auflösung sehr unterschiedliche Datenmengen erzeugen. Gründe dafür sind:
Die Speicherdauer ergibt sich deshalb immer aus dem Verhältnis zwischen verfügbarem Speicherplatz und der tatsächlich erzeugten Datenmenge.
Die Datenrate gibt an, wie viele Videodaten pro Sekunde gespeichert werden. Sie wird meist in Kilobit oder Megabit pro Sekunde angegeben.
Je höher die Datenrate, desto mehr Bildinformationen können gespeichert werden. Gleichzeitig wächst jedoch der Speicherbedarf.
Als vereinfachte Orientierung gilt:
Diese Werte sind Näherungen. Dateisystem, Tonspur, Zusatzdaten und eine variable Datenrate können die tatsächliche Dateigröße verändern.
Eine höhere Auflösung enthält mehr Bildpunkte und benötigt gewöhnlich mehr Speicherplatz. Full HD erzeugt daher bei vergleichbarer Qualität meist weniger Daten als 2K oder 4K.
Die Auflösung darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Eine stark komprimierte 4K-Aufnahme kann weniger Speicher benötigen als eine sehr hochwertige Full-HD-Aufnahme mit hoher Datenrate. Ob die Bildqualität dann noch überzeugt, ist eine andere Frage.
Für eine realistische Einschätzung müssen deshalb Auflösung und Datenrate gemeinsam betrachtet werden.
Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden. Eine Aufnahme mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde stellt Bewegungen flüssiger dar als eine Aufnahme mit deutlich geringerer Bildrate.
Mehr Einzelbilder bedeuten jedoch zusätzliche Daten. Wird die Bildrate reduziert, kann Speicherplatz gespart werden. Zu niedrige Werte führen bei bewegten Personen oder Gegenständen allerdings zu sichtbar ruckelnden Aufnahmen.
Für ruhige Innenräume kann eine moderate Bildrate ausreichen. Bei schnellen Bewegungen oder stark frequentierten Bereichen ist eine höhere Bildrate häufig sinnvoller.
Videodaten werden komprimiert, damit sie nicht unnötig viel Speicherplatz beanspruchen. Häufig verwendete Verfahren sind H.264 und H.265.
Ein moderneres Kompressionsverfahren kann bei ähnlicher Bildqualität weniger Speicherplatz benötigen. Der tatsächliche Vorteil hängt jedoch von der technischen Umsetzung der Kamera, den Einstellungen und der verwendeten Wiedergabesoftware ab.
Eine besonders starke Kompression spart Speicher, kann aber sichtbare Nachteile verursachen:
Die kleinste Videodatei ist daher nicht automatisch die beste Lösung.
Bei einer festen Datenrate erzeugt die Kamera annähernd gleich große Datenmengen pro Zeiteinheit. Dadurch lässt sich die Aufzeichnungsdauer relativ gut berechnen.
Bei einer variablen Datenrate passt die Kamera die Datenmenge an den Bildinhalt an. Eine weitgehend unbewegte Szene benötigt weniger Daten als eine Aufnahme mit vielen Bewegungen, feinen Strukturen oder wechselnder Beleuchtung.
Das kann Speicherplatz sparen, führt aber dazu, dass sich die tatsächliche Aufzeichnungsdauer weniger genau vorhersagen lässt.
Videokompression speichert nicht jedes Einzelbild vollständig neu. Häufig werden vor allem Veränderungen gegenüber vorhergehenden Bildern erfasst.
Ein ruhiger Raum mit nahezu unverändertem Bildinhalt lässt sich deshalb effizient komprimieren. Bewegen sich mehrere Personen, flackert ein Bildschirm oder ändern sich Licht und Schatten, muss die Kamera mehr Bildinformationen speichern.
Auch Regen, Schnee, bewegte Pflanzen oder starkes Bildrauschen bei Dunkelheit können den Speicherbedarf erhöhen.
Bei einer Daueraufnahme zeichnet die Kamera fortlaufend auf. Dadurch wird der gesamte Zeitraum dokumentiert, allerdings entsteht entsprechend viel Videomaterial.
Bei einer Ereignisaufzeichnung startet die Speicherung hauptsächlich dann, wenn die Kamera eine Bewegung oder ein anderes definiertes Ereignis erkennt.
Die Unterschiede sind erheblich:
In einem überwiegend ruhigen Raum kann eine bewegungsabhängige Aufzeichnung die mögliche Speicherdauer erheblich verlängern. In einem dauerhaft belebten Bereich kann sie dagegen nahezu so viele Daten erzeugen wie eine Daueraufnahme.
Manche Kameras speichern nach einer erkannten Bewegung nur kurze Videosequenzen. Andere zeichnen weiter auf, solange eine Bewegung erkannt wird, und beenden den Clip erst nach einer zusätzlichen Nachlaufzeit.
Viele kurze Ereignisse können mehr Speicher und eine größere Zahl einzelner Dateien erzeugen. Wenige längere Aufnahmen sind häufig übersichtlicher, benötigen aber je nach Situation mehr Speicherplatz.
Die passende Einstellung hängt davon ab, welche Vorgänge dokumentiert werden sollen und wie häufig im überwachten Bereich Bewegungen auftreten.
Die Loop-Aufzeichnung wird auch Endlosaufnahme oder Ringspeicher genannt. Sobald die Speicherkarte vollständig belegt ist, überschreibt die Kamera automatisch die ältesten Videodateien mit neuen Aufnahmen.
Dadurch kann die Kamera weiterarbeiten, ohne dass der Speicher regelmäßig manuell gelöscht werden muss.
Das Prinzip bietet mehrere Vorteile:
Der Nachteil besteht darin, dass ältere Aufnahmen automatisch verloren gehen. Relevante Dateien müssen deshalb rechtzeitig gesichert werden.
Unterstützt eine Kamera keine automatische Überschreibung, kann sie bei vollständig belegter Speicherkarte die Aufnahme beenden.
Je nach Modell kann sie:
Vor einem längeren Einsatz sollte daher geprüft werden, wie sich das jeweilige Modell bei vollem Speicher verhält.
Die IP-Full-HD-Kamera in einer Wanduhr unterstützt Speicherkarten bis 128 GB und eine fortlaufende Loop-Aufzeichnung. Durch die feste Stromversorgung ist sie für einen längerfristigen Betrieb ausgelegt.
Auch die WLAN-Kamera in einer Taschentuchbox verbindet eine Speicherkapazität bis 128 GB mit Endlosaufzeichnung im Loopverfahren.
Die WLAN-Kamera in einer Smartphone-Ladestation speichert Videos auf einer MicroSD-Karte bis 64 GB und verwendet H.264-Videokompression.
Weitere Modelle und unterschiedliche Bauformen finden Sie in der Kategorie Videoüberwachung und Aufzeichnung.
Eine feste Tageszahl lässt sich ohne Kenntnis der Datenrate nicht seriös nennen. Die mögliche Dauer kann jedoch näherungsweise berechnet werden.
Beispiel: Erzeugt eine Kamera durchschnittlich 2 Mbit/s, entstehen ungefähr 0,9 GB pro Stunde. Eine 64-GB-Karte könnte unter vereinfachten Bedingungen rund 70 Stunden Videomaterial aufnehmen. Bei 4 Mbit/s würde sich diese Zeit ungefähr halbieren.
Bei 128 GB steht etwa die doppelte Speicherkapazität zur Verfügung. Die tatsächlich nutzbare Kapazität liegt durch Formatierung und Dateisystem etwas unter dem aufgedruckten Wert.
Bei variabler Datenrate und Ereignisaufzeichnung können die Werte erheblich abweichen.
Nicht jede MicroSD-Karte ist für eine dauerhafte Videoaufzeichnung gleich gut geeignet. Überwachungskameras schreiben regelmäßig große Datenmengen auf den Speicher.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
Eine zu langsame oder fehlerhafte Speicherkarte kann zu Aufnahmeabbrüchen, beschädigten Dateien oder nicht gespeicherten Ereignissen führen.
Für Kameras, die sehr häufig oder dauerhaft aufzeichnen, sind Speicherkarten sinnvoll, die ausdrücklich für wiederholte Schreibvorgänge vorgesehen sind.
Normale Karten können zwar zunächst funktionieren, verschleißen bei kontinuierlicher Loop-Aufzeichnung aber möglicherweise schneller. Wichtig ist außerdem, nur Speicherkarten seriöser Herkunft zu verwenden. Gefälschte Kapazitätsangaben können zu Datenverlust führen.
Auch eine hochwertige Speicherkarte sollte regelmäßig geprüft werden.
Dazu gehören:
Eine angezeigte Liveverbindung beweist nicht automatisch, dass die lokale Aufzeichnung ordnungsgemäß funktioniert.
Eine große Speicherkarte nützt wenig, wenn der Akku vorher leer ist. Bei akkubetriebenen Kameras wird die praktische Aufzeichnungsdauer häufig stärker durch die Stromversorgung als durch den Speicher begrenzt.
Netzbetriebene Kameras können dagegen dauerhaft arbeiten, sofern Stromversorgung, Speicher und Software zuverlässig funktionieren.
Bei der Auswahl müssen daher Speicherdauer und Betriebsdauer gemeinsam betrachtet werden.
Viele IP-Kameras übertragen ein Livebild an eine App und speichern gleichzeitig auf einer Speicherkarte.
Für das Smartphone kann ein reduzierter Videostream verwendet werden, während die lokale Aufnahme mit höherer Auflösung gespeichert wird. Deshalb lassen sich Dateigröße und Aufzeichnungsdauer nicht immer aus der Qualität des sichtbaren Livebildes ableiten.
Fällt die Internetverbindung aus, kann die lokale Speicherung je nach Kameramodell weiterhin funktionieren. Fernzugriff und Benachrichtigungen stehen während der Unterbrechung jedoch möglicherweise nicht zur Verfügung.
Einige Kameras bieten zusätzlich eine Cloudspeicherung. Dabei werden Aufnahmen über das Internet an einen externen Speicher übertragen.
Das kann Vorteile bieten, wenn die Kamera oder Speicherkarte beschädigt oder entwendet wird. Gleichzeitig entstehen mögliche Abonnementkosten, Datenschutzfragen und eine Abhängigkeit von Internetverbindung und Anbieter.
Vor der Nutzung sollten Speicherort, Vertragsbedingungen, Aufbewahrungsdauer und Zugriffsschutz geprüft werden.
Eine Loop-Aufzeichnung ist für den fortlaufenden Betrieb praktisch, aber nicht für eine dauerhafte Archivierung gedacht.
Wichtige Videodateien sollten deshalb möglichst bald:
Wer erst viele Tage später auf eine Aufnahme zugreift, muss damit rechnen, dass sie bereits durch neuere Dateien ersetzt wurde.
Technisch mögliche Speicherdauer und rechtlich zulässige Aufbewahrungsdauer sind nicht dasselbe. Videoaufnahmen sollten nicht länger gespeichert werden, als es für den rechtlich zulässigen Zweck erforderlich ist.
Je nach Einsatzort können besondere Informations-, Lösch- und Datenschutzpflichten bestehen. Das gilt insbesondere bei Arbeitsplätzen, gemeinschaftlich genutzten Flächen und Bereichen, in denen andere Personen erfasst werden.
Die Aufzeichnungsdauer einer Überwachungskamera wird nicht allein durch die Größe der Speicherkarte bestimmt. Auflösung, Bildrate, Kompression, Datenrate, Bildinhalt und Aufnahmeart beeinflussen gemeinsam, wie viele Stunden oder Tage gespeichert werden können.
Eine Loop-Aufzeichnung sorgt dafür, dass die Kamera bei vollem Speicher weiterarbeitet. Sie ersetzt jedoch keine Sicherung wichtiger Aufnahmen, weil ältere Dateien automatisch überschrieben werden.
Wichtiger Hinweis: Videoüberwachungs- und Aufzeichnungstechnik darf ausschließlich im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen und unter Beachtung von Datenschutz, Persönlichkeitsrechten und erforderlichen Einwilligungen eingesetzt werden.
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